Kurzweilig in die Sommerzeit gesprungen

Die Veranstaltungsreihe „Chemnitzer Monitoring – Sichten einer Stadt“ geht in die Sommerpause.

Am 23. Juni trauten sich 70 begeisterte Zuhörer im Industriemuseum unter dem Motto „Einfach riesig – Wir in Sachsen“. Auf dem Programm standen vier Referenten und eine Schülergruppe mit ihren Projekte und Ideen. Jeder Vortrag basierte auf 20 Folien á 20 Sekunden.

„Wir müssen uns nicht neu definieren, sondern gezielt Schwerpunkte setzen, um zu zeigen, worin wir stark sind und unsere Identität liegt“, machte Dr. Jens Beutmann den Anfang. Der Referatsleiter im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac) setzt sein neues Haus engagiert in Szene, die Exponate dort in den Kontext und spielt mit Worten und Bildern. „Wir versuchen, Denkanstöße zu geben, so dass jeder selbst zum Forscher werden und seine Fragen beantworten kann.“ Auch kritische Kommentare sind gern gesehen, nur Staubkörner nicht. Einfach riesig – dieses hochmoderne, multimediale Museum im Herzen von Chemnitz!

Im Blickpunkt des Interesses steht auch die Tourismusregion Zwickau, die sich aktuell mit ihrer Geschäftsführerin Ina Klemm strategisch neu aufstellt. „Um unsere Übernachtungs- und Besucherzahlen zu steigern, dürfen wir uns nicht auf vergangenen Erfolgen ausruhen, denn das bedeutet Stillstand. Wir müssen unsere Alleinstellungsmerkmale stärken.“ Das „Zeitsprungland“ in Grafik und Inhalt mag diskutabel sein und soll die zahlreichen Schlösser, Burgen und Museen, die traditionsreiche Technikgeschichte und Industriekultur in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbinden. „Aber diese Marke ist eben nicht austauschbar.“ Sie ist mutig und einfach riesig!

Thematisch zurück in Chemnitz wird der verwaiste Brühl von vier Schülern wiederbelebt. In Zusammenarbeit mit Architekten entstand in den Ferien ein durchaus praxistaugliches 3D-Modell. „Am Eingang des Wohnquartiers befindet sich ein grüner Park mit Radweg und Café, kein Schilderwald oder eine graue Betonwüste wie im Moment. Das Chemnitz-Ufer ist abgestuft, hochwassertauglich, und auf dem zentralen Platz treffen sich Menschen jeden Alters.“ Hauptsächlich aber stand im Vordergrund, Kompetenzen im Bereich Stadtplanung, Ingenieurwesen und Architektur zu vermitteln. Dieses Bildungsangebot des Engineering Campus vom Bildungs- und Innovationsportal Chemnitz mit seinen Schülern war einfach riesig!

„Wir müssen attraktiv zum Arbeiten und Leben werden, unsere Identität nach innen und außen stolz vermarkten“, weiß Katja Uhlemann als Pressesprecherin der Chemnitzer Stadtverwaltung. „Die Stadt bin ich“ stellt sich online zur Diskussion, fragt hier Geborene, Zugezogene, Unternehmer, Sportler und den Nachbarn um die Ecke. „Mittlerweile gibt es eine ganze Bibliothek an Liebesbekenntnissen und Lieblingsplätzen, einen so genannten Macherclub, eine Chemnitz-App „to go“, und nächstes Jahr sollen überregionale Marketingaktionen folgen.“ Unkonventionell und kreativ heißt übersetzt: einfach riesig!

Einfach riesig – so soll auch die neue Dauerausstellung im Industriemuseum Chemnitz werden. „Der Wandel von Technik, Wirtschaft und Arbeit wird zum Leitmotiv“, berichtet Andrea Riedel, die Chefin des Hauses. Europaweit ausgeschrieben, hat eine Agentur aus Stuttgart das Rennen gemacht. „Die Neueröffnung ist im Februar 2015 geplant.“ Dann sollen neun modulare Themenfelder um einen großen silbernen Blitz installiert, Zeitsprünge und Zeitgeschichten erlebbar sein.

Bis dahin finden die nächsten Chemnitzer Monitoring-Termine trotzdem wie gewohnt im Industriemuseum statt.